Kapitel 12 – Die Generalprobe in der Badewanne
Bevor es an den See ging, musste sich die Rungholt im Wasser bewähren. Der Ballast war bereits eingebaut, die Technik installiert, und die wichtigsten Funktionen ließen sich über die Fernsteuerung bedienen.
Ich setzte das Schiff vorsichtig in die Badewanne und beobachtete zunächst die Schwimmlage. Die Rungholt lag ordentlich im Wasser. Wie bei anderen Atlantis-Modellen ragte der Bug etwas weiter aus dem Wasser, als ich zunächst erwartet hatte.
Das war kein Grund zur Beunruhigung. Entscheidend war, wie sich das Schiff unter Segeln verhalten würde. Mindestens ebenso wichtig war die Dichtigkeit. Ich kontrollierte insbesondere das Stevenrohr und den Ruderkoker. Nach mehreren Stunden war im Innenraum kein Wasser festzustellen. Beide Durchführungen schienen dicht zu sein.
Auch der Motor wurde getestet. Er funktionierte, lief aber deutlich hörbar. Das Getriebe machte weiterhin Geräusche, obwohl ich das Zahnflankenspiel bereits überarbeitet und die Propellerwelle geschmiert hatte.
Damit war klar, dass ich mich im Winter noch einmal mit dem Antrieb beschäftigen musste. Der Badewannentest hatte seinen Zweck erfüllt: Die Rungholt schwamm, der Ballast hielt, und die wichtigsten Durchführungen waren dicht.


